Schwamm und Putzlappen

Wer kennt es nicht, der leckere Auflauf brutzelt im Ofen vor sich hin, doch leider ist die Auflaufform etwas zu voll geworden und der Käse läuft an den Rändern über oder aber Bratenfett spritzt an die Wände des Backofens. Auf welchem Weg auch immer, nach einiger Zeit der Benutzung kann man es nicht länger aufschieben und muss den Backofen reinigen. Die kann oft zeitaufwendig und mühsam sein. Seit einiger Zeit gibt es jedoch sogenannte Pyrolyse Backofen, die einem diese Arbeit ersparen sollen.

Wie funktioniert ein Pyrolyse Backofen

Pyrolyse Backofen haben eine spezielle Selbstreinigungsfunktion, mit der sogar hartnäckiger Schmutz vom Boden und den Wänden des Backofens entfernt werden kann. Wie das funktionier? Mit Hitze!

Pyrolyse ist ein Wort aus dem Griechischen welches man mit „Hitzespaltung“ übersetzen könnte. (Pyro=Feuer/Hitze und Lysis = Spaltung) Der selbstreinigende Backofen wird auf eine Temperatur von über 500 Grad Celsius erhitzt. Bei dieser Hitze zerfallen alle organischen Stoffe. Übrig bleibt nur Asche.

Die Vorteile der Pyrolyse

Die Vorteile der Backofen Pyrolyse liegen klar auf der Hand. Kein nerviges Schrubben und Einweichen mehr und kein experimentieren mit verschiedensten Reinigungsmitteln mehr die am Ende eher schlecht als recht zu wirken scheinen. Allein der Verzicht auf chemische Reinigungsmittel durch die Pyrolyse ist schon viel wert, denn so verbrennen beim nächsten Backvorgang keine übersehenen Reinigungsmittel mehr und man vermeidet die dadurch entstehende Rauchentwicklung. Und nicht zuletzt hat das ganz natürlich auch einen ökologischen Vorteil, wenn man sich ab jetzt die chemischen Reiniger für den Backofen sparen kann. Nach der Pyrolyse verbleibt lediglich ein Rest Asche, den man leicht mit einem feuchten Lappen wegwischen kann.

Nachteile eines Pyrolyse Backofens

Das klingt alles ziemlich perfekt, doch leider gibt es auch Nachteile, die ein Pyrolyse Backofen mit sich bringt.

Ein Nachteil ist die Energieverschwendung. Um den Backofen auf über 500 Grad Celsius zu erhitzen benötigt der selbstreinigende Backofen viel Zeit und vor allem Energie. Bei einer Pyrolyse können um die 6 kwh verwendet werden. Zum Vergleich 6kwh benötigt eine 10-Watt-LED Lampe, wenn man sie 25 Tage lang brennen lässt. Ein weiterer Nachteil ist, dass häufig die Backbleche, das Gitterrost oder ausziehbare Schienen nicht für die Pyrolyse geeignet sind. Vor allem dann, wenn sie nachgerüstet wurden. In diesem Fall muss man alles erst aus dem Backofen entfernen und die Reinigungsmittel samt Scheuerschwamm müssen auch wieder her. Teilweise muss auch noch an einigen Stellen im Innenraum nachgeholfen werden.

Gelegentlich kann die Backofen Pyrolyse auch Qualm und unangenehme Gerüche in der Küche verursache. Hierfür sind in der Regel die verbrannten Essensreste verantwortlich. Nicht zuletzt sollte man auch die Kosten im Blick behalten, zum einen ist ein Pyrolyse Backofen oft recht teuer, zum anderen ist wie gesagt der Energiebedarf recht hoch, was natürlich ebenfalls die Kosten in die Höhe treibt.

Pyrolyse Reinigung sinnvoll oder nicht?

Ein selbstreinigender Backofen hat, wie wir festgestellt haben sehr überzeugende Vorteile. Gerade wenn man nicht die Zeit hat den Backofen regelmäßig selbst zu reinigen oder man vielleicht auch nicht mehr ganz so fit ist kann einem die Pyrolyse die Hausarbeit definitiv erleichtern. Allerdings sollte man auch die Nachteile nicht aus dem Blick verlieren. Ob man einen selbstreinigenden Backofen mit Pyrolyse Funktion kaufen will oder nicht, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Nicht vergessen sollte man aber, dass es nicht mittlerweile sehr wirksame Reinigungsmittel für den Backofen gibt und wer keine chemischen Reiniger verwenden will, der kann auch auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen. Die Pflege des Backofens ist übrigens sehr wichtig. Wer dies vernachlässigt muss häufiger mit Defekten rechnen und schon kann es sein, dass eine Backofen Reparatur nötig ist. Und mal ehrlich: wer will das schon?