Thermometer vor einem Glas Wasser mit Zitrone und Minze

Wer die Temperatur in seinem Kühlschrank regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls nachreguliert, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Er spart beim Stromverbrauch und empfindliche Lebensmittel bewahren ihre wertvollen Inhaltsstoffe.

Laut Bundesumweltamt beträgt die optimale Kühlschranktemperatur 7 Grad. Allerdings besitzt Ihr Kühlschrank verschiedene Temperaturzonen, und die Empfehlung bezieht sich auf das mittlere Fach. Um Lebensmittel richtig lagern zu können, ist es wichtig, diese Temperaturzonen zu kennen. Nicht alle Lebensmittel mögen es nämlich kalt. Einige verlieren bei zu kühler Lagerung ihren Geschmack oder ihre gesunden Inhaltsstoffe. 

Die Temperaturzonen im Kühlschrank

Physikalisch bedingt besitzt kalte Luft eine andere Dichte als warme Luft. Sie ist schwerer und sinkt zu Boden. Aus diesem Grund ist die Temperatur in einem Kühlschrank nicht gleichmäßig verteilt und es entstehen innerhalb des Kühlschranks verschiedene Kältezonen. Der Unterschied beträgt dabei bis zu sechs Grad. Das hat jedoch auch Vorteile: Sie können die Lebensmittel dort lagern, wo sie sich ihrer Natur nach am wohlsten fühlen.

Folgende Richtwerte für die Temperaturzonen gibt es:

  • Im Gemüsefach ganz unten ist es am wärmsten. Die Temperatur beträgt hier zwischen acht und zehn Grad. Die Schubfächer aus Plastik und die Glasplatte darüber schützen den Inhalt vor zu kalter Luft. Hier gelagertes Obst und Gemüse bleibt nicht nur von zuviel Kälte, sondern auch weitgehend von Sauerstoff und Feuchtigkeit verschont. Beides schadet dem Vitamingehalt in den Lebensmitteln. 
  • Im Fach über der Gemüselade ist es am kältesten: Hier herrschen etwa zwei Grad bis drei Grad. Diese Temperaturen sind ideal zur Aufbewahrung von empfindlichen Lebensmitteln wie Fleisch oder Fisch
  • Im mittleren Fach des Kühlschranks sollte die Temperatur etwa sechs bis sieben Grad betragen. Hier können Sie Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder bereits geöffnete Dosen und Gläser kühl lagern
  • Im oberen Fach ist es wieder etwas wärmer: etwa acht Grad. Hier können Sie alles lagern, was etwas weniger Kühlung benötigt: Marmelade, Speisereste und Butter
  • Die beiden Türfächer gehören zu den wärmsten Regionen im Kühlschrank, da sie am weitesten vom Kühlaggregat in der Rückwand entfernt sind. Zudem sind sie beim Öffnen am schnellsten von der warmen Raumluft betroffen. In der Kühlschrank Tür lagert man daher am besten Getränke, Eier, Soßen und Senf
  • Im Gefrierfach sollten etwa minus 15 Grad minus herrschen, im Sommer minus 18 Grad

Sogenannte Umluftkühlschränke besitzen oft eine dynamische Kühlung. Hier sorgt ein Ventilationssystem durch regelmäßige Luftzirkulation für eine fast gleichmäßige Temperatur. Diese Geräte sind allerdings sehr teuer und werden daher hauptsächlich in der Gastronomie verwendet.

Folgende Lebensmittel sollten Sie überhaupt nicht im Kühlschrank lagern:

  • Südfrüchte (Zitronen, Bananen, Mangos, Papayas, Ananas)
  • Gemüse wie Auberginen, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Paprika, Tomaten und Zucchini

Tipp:

Lassen sie beim Einräumen der Lebensmittel etwas Abstand zur Rückwand. Hier befindet sich das Kühlaggregat und somit die kälteste Zone. Bei manchen Geräten, besonders bei älteren Modellen, ist diese unter Umständen so kalt, dass das Kühlgut etwas festfrieren kann.

Wie können Sie die richtige Kühlschranktemperatur einstellen?

Kühlschränke laufen im Dauerbetrieb und sind daher für etwa ein Fünftel der gesamten Stromkosten in einem Haushalt verantwortlich. Die Einstellung der richtigen Kühltemperatur sorgt für eine deutlich effektivere Nutzung des Gerätes. Nur ein Grad weniger als eigentlich notwendig erhöht den Stromverbrauch um etwa 5 %. Die Mehrzahl der Kühlschränke ist übrigens zu kalt eingestellt. Schauen Sie daher am besten immer Mal wieder auf das Thermometer welches die Temperatur der Luft im Kühlschrank anzeigt.

Die meisten Kühlschränke sind mit einem Standard-Regler ausgestattet, der von 1 bis 6 geht, manchmal auch von 1 bis 7. Eine durchschnittliche Temperatur von 7 Grad entspricht dabei den Stufen 1 bis 2: Im Sommer, wenn die Umgebungstemperatur höher ist, kann die Stufe 3 oder 4 für das jeweilige Gerät notwendig werden um alle Lebensmittel im Kühlsrchank optimal zu kühlen.

Mit einem einfachen Kühlschrankthermometer, das Sie im Fachhandel oder im Internet erwerben können, haben Sie die optimale Temperatur stets im Blick. Bringen Sie es im mittleren Fach an und stellen Sie den Temperaturregler so ein, dass hier etwa 7 Grad angezeigt werden.

Tipps zum Energiesparen:

Die Wahl der richtigen Temperatur schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie jedoch noch mehr Energie einsparen.

  • Tauen Sie Ihren Kühlschrank regelmäßig ab. Je mehr Eis an den Wänden haftet, umso höher ist der Energieverbrauch
  • Bei jedem Öffnen der Türe entweicht kalte Luft und warme Luft drängt nach innen. Halten Sie daher die Tür, soweit möglich, verschlossen. Entnehmen Sie am besten alle Lebensmittel auf einmal
  • Achten Sie darauf, dass die Türdichtung richtig sitzt, so dass die Kühlschranktür gut schließen kann
  • Lassen Sie gekochte Speisereste abkühlen, bevor Sie diese einräumen
  • Platzieren Sie das Gerät so, dass es genügend Abstand zur Wand hat und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Der Kühlschrank sollte nach Möglichkeit auch nicht direkt neben dem Herd stehen
  • Überfüllen Sie das Gerät nicht, da dadurch die Luftzirkulation behindert wird.

Ein häufiger Defekt bei Kühlschränken: Das Thermostat

Wenn ihr Kühlschrank pausenlos läuft und Sie das Gefühl haben, dass die Innentemperatur zu kühl ist, ist eventuell das Thermostat nicht mehr in Ordnung. Ein kaputtes Thermostat gehört übrigens zu den Defekten, die sie bei einem Kühlschrank selbst reparieren können. Fordern Sie beim Hersteller ein Ersatzthermostat an und wechseln Sie es aus. Dies ist mit wenigen Handgriffen erledigt und erspart Ihnen eine teure Kühlschrank Reparatur.