Ein alter Weißer Fön

Geht ein elektrisches Haushaltsgerät kaputt, raten viele Händler gleich zu einem Neukauf mit der Begründung, dass neuere Geräte ohnehin viel weniger Strom verbrauchen. Rechtfertigt dies jedoch in jedem Fall den Kauf eines neuen Gerätes? Um diese Entscheidung besser treffen zu können, sollten Sie über etwas Hintergrundwissen zum Stromverbrauch von elektrischen Haushaltsgeräten verfügen.

Welche elektrischen Haushaltsgeräte verbrauchen am meisten Strom?

In jedem Haushalt gibt es wahre Stromfresser, die den Bewohnern das Geld aus der Tasche ziehen. Die offensichtlichsten Stromverbraucher, wie Haushaltsgroßgeräte, sind dabei allerdings nicht immer die schlimmsten. Ein kleiner Fön beispielsweise verbraucht im Verhältnis erheblich mehr Strom als ein Fernseher – er wird nur viel weniger benutzt. Wenn Sie den ungefähren Verbrauch Ihrer Haushaltsgeräte kennen, können Sie effektiv zu hohen Stromkosten entgegenwirken und müssen trotzdem keine Einbussen beim Komfort hinnehmen.

Wieviel Strom das jeweilige Elektrogerät verbraucht, richtet sich nach folgenden Kriterien:

  • Energieeffizienzklasse
  • Leistung des Gerätes in Watt
  • Laufzeit pro Tag in Stunden
  • Preis in Cent pro Kilowattstunde

Um den Stromverbrauch zu ermitteln, benötigen Sie daher zwei Rechnungen:

  • Kilowattleistung mal Tage, in denen das Gerät läuft
  • Kilowattstunde mal Strompreis in ct pro Jahr

Die Leistung der jeweiligen Geräte finden Sie in der Gebrauchsanweisung. Meistens sind die Werte jedoch auch am Gerät selbst abzulesen. Hier einige Richtwerte:

  • Föhn 1500 – 2000 Watt
  • Wäschetrockner 3000 Watt
  • Mikrowelle 800 – 1000 Watt
  • Waschmaschine 2000 Watt
  • Staubsauger  900 – 2000 Watt
  • Kühlschrank 120 Watt
  • Spülmaschine 2000 Watt

Wie können Sie Strom sparen?

Gerade bei älteren Haushaltsgeräten, die oft eine schlechtere Energieeffizienzklasse aufweisen, können Sie den Stromverbrauch durch das Ausnutzen von Sparpotentialen senken. Bei Kühlschränken genügt es, wenn im Inneren Temperaturen von 7 bis 8 Grad herrschen. Viele Kühlschränke sind zu kalt eingestellt, das schadet dem Geldbeutel und der Umwelt. Es lohnt sich daher, die Temperatur in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls zu regulieren. Sparen können Sie hier auch, wenn Sie gekochte Speisen erst in den Kühlschrank stellen, nachdem sie vollständig abgekühlt sind. Das Herunterkühlen von warmen oder gar heißen Speisen kostet enorm viel Energie.

Wäsche kann und sollte bei schönem Wetter an der frischen Luft getrocknet werden. Das ist nicht nur umweltschonender – die Wäsche riecht anschließend auch besser. Um den Geruch von Weichspüler oder Waschmittel zu entfalten, braucht nasse Wäsche Umgebungsluft. Im Trockner verschwinden die Duftmoleküle. Kondenstrockner mit Wärmepumpe verbrauchen übrigens weniger Strom als herkömmliche Trockner.

Einen Geschirrspüler zu benutzen ist hingegen stromsparender als den Abwasch mit der Hand zu erledigen – vorausgesetzt, sie bestücken die Maschine entsprechend. Der Grund dafür ist einfach: Zum Erwärmen des Spülwassers wird Strom benötigt, und zwar mehr, als das Waschprogramm der Spülmaschine verwendet.

Wann ist eine Haushaltsgeräte Reparatur sinnvoll?

Aus ökologischer Sicht ist bei Haushaltgroßgeräten wie Waschmaschinen, Kaffeevollautomaten, Geschirrspülern und Wäschetrocknern eine Reparatur einem Neukauf grundsätzlich vorzuziehen. Die Herstellung, Transport und Entsorgung belasten die Umwelt enorm: Nur begrenzt verfügbare Resourcen werden abgebaut, Treibhausgase verändern das Klima und das Abfallaufkommen wird erhöht.

Statistisch betrachtet dauert es Jahrzehnte, bis der niedrigere Stromverbrauch die bei der Produktion versursachte Belastung aufwiegt.

Im Einzelfall hängt es natürlich vom Alter des Gerätes sowie vom Anschaffungspreis ab und wie wichtig Ihnen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind. Kleinere  Hauhaltsgeräte Reparaturen können Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick oft selbst erledigen. Bei größeren Schäden lohnt es sich, einen Kostenvoranschlag einzuholen. Unabhängige Reparaturbetriebe arbeiten dabei oft günstiger als die vom Hersteller empfohlenen Werkskundendienste.

Händler argumentieren gerne damit, dass ein neues Gerät auch viel mehr Funktionen bieten würde als das alte. Hier empfiehlt es sich, kurz darüber nachzudenken, wie viele der neuen Funktionen denn tatsächlich gebraucht – und damit auch entsprechend oft genutzt – werden.

Wussten Sie schon:

Am meisten Strom verbrauchen übrigens nicht die Haushaltsgroßgeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler, sondern Geräte der Unterhaltungselektronik. TV Geräte werden immer größer. Obwohl sie im Prinzip weniger Strom verbrauchen als ein alter Fernseher, verringert sich der gesamte Stromverbrauch bei einem Neukauf nicht zwangsläufig. Ein 60 Zoll Bildschirm schlägt mit höheren Verbrauchskosten zu Buche als ein 42 Zoll Gerät.

Ein Notebook benötigt etwa 80 Watt, ein PC dagegen um die 200 Watt. Viele Geräte laufen dabei im Dauerbetrieb, besonders Router oder Set up Boxen. Daher kann der Verbrauch bei einer vierköpfigen Familie mit mehreren Fernsehern und Computern höher sein als vorher, obwohl neue energiesparende Haushaltsgeräte angeschafft wurden.

Ein unbemerkter Stromfresser sind auch Ladegeräte für Handys, Fotoapparate, Zahnbürsten und andere Elektrogeräte, die aus Bequemlichkeitsgründen dauerhaft in der Steckdose belassen werden. Selbst, wenn kein Gerät daran angesteckt ist, ziehen die Ladegeräte Energie. Schonender für Umwelt und Geldbeutel ist es, diese zu entfernen und nur bei direktem Gebrauch einzustecken.